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Altersvorsorge – für wen die Uhr tickt

Altersvorsorge – für wen die Uhr tickt

Konsumverzicht oder Arbeit lebenslänglich – das ist die wenig erfreuliche Alternative für diejenigen, die ihren Ruhestand unzureichend privat absichern. Das weiß jeder. Doch nur etwa ein Drittel der Bürger handelt danach. Unsere Studie zeigt, dass es von der individuellen Persönlichkeit abhängt, ob und wie jemand aktiv vorsorgt oder der Schlendrian obsiegt. Sechs verschiedene Altersvorsorge-Typen lassen sich ableiten.

Jeder vierte Befragte gehört zu den „Unentschlossenen“. Typisches Merkmal ist eine Lücke zwischen Wissen und Handeln. Doch die Vorsorgeuhr tickt unerbittlich. „Unentschlossene“ müssen daher entweder höhere Beiträge aufwenden oder höhere Investmentrisiken eingehen, um ihr Anlageziel zu erreichen. Um den Spagat zwischen einer sicheren und einer zugleich gewinnorientierten Strategie zu meistern, empfehlen sich etwa kursgesicherte Fondspolicen. Zusätzlich zur Sparrate können jederzeit Sondereinzahlungen geleistet werden, um die spätere Rente zu erhöhen. Im Alter entscheidet der Anleger, wie viel Geld er monatlich entnimmt, abhängig davon, wie lange das Kapital ausreichen soll. Zudem bietet diese Anlage erhebliche Steuervorteile, und das investierte Vermögen kann bei Arbeitslosigkeit geschützt werden.

Auch den „Abenteurern“ (6 Prozent der Befragten) läuft die Zeit davon. Sie lieben es, bewusst Risiken einzugehen. Beratung wünschen sie nicht. Kursausschläge sind für diese Menschen kein Grund zum Haare raufen, sie nehmen sie bewusst in Kauf. Sie erwarten, dass mit höherem Risiko, etwa bei Hedgefonds oder Einzelaktien, überdurchschnittliche Renditechancen einhergehen. Doch besteht die Gefahr von erheblichen Verlusten, die nicht mehr kompensiert werden können. Nervenkitzel und die Notwendigkeit, im Alter über ein bestimmtes Kapital verfügen zu können, müssen sich nicht ausschließen. So können Es können etwa gemanagte Finanzprodukte wie Fonds zum Ende der Laufzeit in risikoschwächere Papiere umgeschichtet werden. Zuzahlungen sind jederzeit möglich, die späteren Entnahmen erfolgen nach Wunsch.

Jeder Achte gehört zu den „Sorglosen“, die die Notwendigkeit der Altersvorsorge verdrängen, mitunter weil sie unzureichend über ihre Versorgungssituation im Alter informiert sind. Wer seine Altersvorsorge passiv angehen will, sollte zunächst von einem Spezialisten prüfen lassen, wie sich eine mögliche spätere Finanzlücke schließen lässt. Den „Sorglosen“ empfiehlt sich eine Strategie, die wenig Pflege bedarf. Mit einer Investmentpolice auf Garantiefondsbasis zum Beispiel bleiben Anleger auf der sicheren Seite, ohne ständig die Anlagestrategie überwachen zu müssen. Alternativ kann die Vorsorgeaufgabe delegiert werden. Dann reicht es, periodisch zu prüfen, ob die eingeschlagene Strategie fortgesetzt werden kann oder ob sie den Marktentwicklungen und der aktuellen Situation angepasst werden sollte.

Ganz anders die „Performer“ (8 Prozent der Befragten). Sie sind sehr erfolgsorientiert und wollen eine maximale Rendite ihres Investments. Bevorzugt werden primär chancenorientierte Anlageformen, etwa Aktien und Unternehmensbeteiligungen, Risiken inklusive. Das kann gut gehen, wenn reichlich Zeit bis zum Renteneintritt besteht. Wer trotz wenig Zeit bis zum Renteneintritt spekulativ investieren will, sollte sich einen Stoppkurs setzen. Zu empfehlen ist, sich sorgfältig über Unternehmen und Märkte zu informieren und sich ausreichend Zeit für Anlageentscheidungen zu nehmen. Wer diesen Rechercheaufwand nicht leisten mag, fährt mit Fonds oder Zertifikaten besser.

Safety first

Die „Sicherheitsbewussten“, immerhin jeder Dritte, organisieren frühzeitig ihre Altersvorsorge. Sie bevorzugen sichere Geldanlagen, wie Lebensversicherungen, Eigenheim und Staatsanleihen. Die Möglichkeit von Kursschwankungen, etwa bei Aktien und Fonds, behagt ihnen nicht. Dennoch sollten sie sich ein „Sahnehäuptchen“ gönnen. Ohne ein übertriebenes Risiko eingehen zu müssen, können sie einen kleinen Teil ihres Geldes in risikobehaftete Anlagen, zum Beispiel eine Fondsbeimischung über Dachfonds, investieren und ihre Rente spürbar aufbessern.

Optimistisch und überwiegend weiblich sind die „Genießer“ (17 Prozent der Befragten). Sie handeln impulsiv und begeistern sich schnell für innovative Produkte. Anbieter reagieren darauf. So gibt es eine fondsgebundene Rentenversicherung zugeschnitten auf Bedürfnisse von Frauen. Selbst in wechselnden Lebensphasen - etwa erst Karriere, dann Babypause, dann beruflicher Wiedereinstieg – sind einerseits Sicherheit und Schutz garantiert, andererseits werden Renditechancen wahrgenommen.

Zu denken gibt, dass etwa 70 Prozent aller Befragten ihre persönliche Versorgungslücke unterschätzen und nicht wissen, wie lange ihr Geld im Alter reichen muss, wie viel die Inflation auffrisst und wie viel das Finanzamt einkassiert. Ohne frühzeitige Auseinandersetzung damit, kann es im Alter ein böses Erwachen geben.

Autor: Thomas Lau

Thomas Lau ist Geschäftsführer der Laudatio Assekuranz Makler GmbH in Würselen/Aachen. Mit seinem Team erarbeitet Thomas Lau für Privat- und Firmenkunden maßgeschneiderte Altersvorsorgestrategien und –konzepte, speziell auch für die 48plus-Generation (www.48plus.de).

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